Dienstag, 22. November 2016

Alles Käse.....


Dieser Käse geisterte jüngst durch Facebook. Ich kam gar nicht ums Nachmachen drumrum....sosehr wie ich warmen Käse liebe. 
Die Herstellung ist denkbar einfach, wenn man, wie ich, fertigen Blätterteig verwendet.
Los gehts mit einer grossen Kartoffel, die bissfest gekocht in Scheiben geschnitten wird ( ich hatte noch eine vom Vortag über).
Eine Zwiebel wird fein gewürfelt und in etwas Öl hübsch gar geschmurgelt.
Salzen, zuckern, pfeffern.
Nun den 300 Gramm schweren Camembert als Schablone verwenden, in die Mitte des Blätterteiges setzen, und drumrum so einschneiden, dass man die entstehenden Teiglappen oben zusammenführen kann. Ich habe den Teig wie eine Blume zurechtgeschnitten.
Auf den Blätterteig, also später unter den Camembert kommen nun die Kartoffelscheiben. Der Camembert wird quer aufgeschnitten und mit der Zwiebelmasse gefüllt. Auf die Kartoffeln setzen und mit Teig umhüllen.
In den vorgeheizten Ofen bei 200 Grad backen. Auf Sicht backen, wenn der Teig schön rösch ist, ist der Käse weich.
Dazu ein feiner Salat, mehr brauchts nicht. 
Ich hab Broccoli Püree dazu serviert, der Broccoli musste weg. Ein paar Scheiben Quitten in Butter geschmort....auch köstlich. 
Beim nächsten Mal möchte ich irgendwas mit Birne dazu machen.....
Nachmachen unbedingt empfohlen!!!

Freitag, 11. November 2016

In eigener Sache: Essen wird total über...äh...unterbewertet.

Hä?
Ja genau. Ich weiss selber noch nicht, wohin dieser Text führen wird, aber irgendwas will raus, und dafür eignet sich ja ein Web-Logbuch hervorragend, n´est-ce pas?
Jüngst verfolgte ich überrascht, aber auch durchaus schockiert, wie sich der Blogbeitrag einer mir bekannten, und sehr geschätzten Bloggerin in Millisekunden zum Kampf zwischen zwei Ernährungs-Lagern auswuchs. Und zwar derart, dass ich schon dachte, die Klingonen wären aus Kronos aufgebrochen, um in Mittelerde den Orks das Kriegsbeil an die ledrige Stirn zu werfen.
Sind denn alle verrückt geworden?
Seit wann hat denn Nahrung diesen Stellenwert bekommen?
Wir definieren uns über das, was wir essen, als ginge es nicht um eine Notwendigkeit, sondern um eine Religion. Und viele Mitwirkende treten als Ernährungs-Fundamentalisten auf. Wer ein bisschen umsichtig ist, hat mitbekommen, dass der Fleischkonsum einen schlimmen Tribut fordern kann.
Massentierhaltung mit all ihren abscheulichen Begleitern wie Umweltverschmutzung in Form von Gas und Gülle, Ausbeutung der Drittwelt-und Schwellenländer, die Liste ist fast endlos, und das Leid der eingepferchten, dahinsiechenden Viecher ist ein Verbrechen an der Schöpfung.
Seit wann haben denn Tiere diesen Stellenwert erhalten?
Haben wir noch alle Nadeln am Baum? Hackfleich zu 2.99€ das Kilo? Wie soll das denn funktionieren können? Jeden Tag Fleisch? Wozu?
Okay, zurück zum Blogbeitrag der Mit-Bloggerin. Da wurde ein leckeres Huhn präsentiert, es war vom Bio-Bauern in ihrer Nachbarschaft. Und eigentlich sollte damit die Geschichte fertig erzählt sein. Jetzt siehts dem Einen zu trocken aus, dem Anderen überhaupt nicht, es wird ein bisschen über die Kombination diskutiert....und dann gehts direkt los. Ein gutes Dutzend Veganer nimmt Anlauf und spricht , nein, leider nicht klingonisch, denn dann hätte man den Quatsch nicht verstehen können, sondern spricht sein Urteil.
Klingonisch wäre ein Segen gewesen. Denn eine Diskussion, oder eine Anregung gar selber über Veganismus nachzudenken, kommt bestimmt bei Carnivoren nicht auf, wenn auf unterstem Stammtisch Niveau einfach nur über jeden Kommentar hinweggerotzt wird.
Ja, ein Tier wurde getötet, zubereitet und *huch* gegessen. Und wenn das nicht das täglich passiert, sondern eben, wenn der Bauer schlachet, dann ist das für einen Omnivoren ein gute Sache und schadet der Umwelt kein bisschen. Und dem Bauern auch nicht. Dem Huhn schon, hoffen wir, es hatte zuvor ein nettes Hühnerleben mit Würmer picken, fortpflanzen und Eierlegen.
Denn ein gut gehaltener Hof mit einer Vielfalt an Tieren ist das Beste, was den Äckern passieren kann. Grasland und Weidetier gehören nach Mitteleuropa. Wenn wir nur noch Getreide anbauten und allesamt Veganer würden, würde der Planet auch abkippen. Das ist nämlich nicht realisierbar. Vegan ist nicht gleich nachhaltig.
Das soll aber keineswegs heissen, dass der Fleischkonsum nicht unbedingt reduziert werden muss, das muss er nämlich, und zwar pronto! Was da mit den Tieren passiert, und unser Umgang mit Lebensmitteln geht gar nicht!
Falls jetzt wieder gedanklich die"TeuerEierMilchHonigKäseFleischkannichmirnichtleisten" Karte gezogen wird: Ich schmetter Euch ein: Glaub ich nicht! entgegen. Niemand muss jeden Tag ein Wurstbrot essen plus Frühstücks-Ei plus 3x Milchkaffee plus Fleischpflänzle am Abend, belegt mit Käse. Wer sich ein bisschen an das saisonale Angebot hält, sich Zeit nimmt zum Einkaufen, der gut kochen kann...der kommt auch mit schmalem Geldbeutel klar. Es mag Ausnahmen geben. Die würde der Planet dann auch verkraften müssen.
Wie oft aber höre ich dieses Argument von Leuten, die ohne zu Zögern eine Schachtel Zigaretten am Tag rauchen und sich wochenends in den Clubs die Longdrinks für 10€ aufwärts schmecken lassen.
Kartoffeln sind übrigens lecker, vielfältig, günstig und "von hier". Nur mal so.
Worauf will ich hinaus....oder gibts hier ein Fazit.....? Jein.
Ich hab keins. Weil ich selber für mich einfach versuche, mich bewusst und gesund und fair zu ernähren. Ich bin in der glücklichen Lage, mir das leisten zu können, würde aber auch durchaus auf andere Dinge verzichten, um weiterhin Eier aus der Nachbarschaft, Honig vom Imker und Fleisch vom Lieblingsmetzger zu kaufen. Und guten Joghurt und Butter und Käse aus der Sennerei.
Und ich wünschte, es würde einen freundlichen Austausch zwischen Allesessern, Vegetariern, Veganern geben können, auf einer sachlichen Ebene. Und Weltfrieden. Dieses Rumgetrolle bewirkt nämlich nur, dass mir einige Vetreter der selbsternannten Ernährungsreligion einfach unsäglich unsympathisch werden. Und das dient doch der Sache kein bisschen.
Das Huhn sah fein aus, liebe Petra, ich hätte es gerne mit Dir verspeist.

Montag, 7. November 2016

Gustav

Kennt jemand von Euch die Messe in Dornbirn im Vorarlberg? Vorab: ich bin bekennender Vorarlberg-Junkie. Ich mag die Küche, die Leute, die Architektur.
Und die Messen dort.
Auf der Gustav trifft Design, Genuss und Nachhaltigkeit auf guten Geschmack....und zwar optisch wie kulinarisch.

Man kann dort liebevoll hergestellte Lebensmittel bestaunen, goutieren und mit den Produzenten reden.....Möbel be"sitzen", Küchen bewundern, ausgefallene Kleidung probieren und sich in besondere Schmuckstücke verlieben.






Oder beim Chef´sTable den Spitzenköchen bei der Arbeit zusehen und das Ergebnis verspeisen.
Das habe ich mir für 2017 fest vorgenommen ;-)

In meinem Einkaufstäschen waren zahlreiche Gewürze von Liebe isst, Marmeladen von Jamsession (die Damen waren wirklich bezaubernd, und die Marmeladen sind grossartig!!!!), Senf von Dazu.....
Nur den 2 Karäter von Niessing, den hab ich nicht mitgenommen....aus Gründen.



Ich hatte leider zuwenig Muße, weil ich im Anschluss noch verabredet war. 2017 möchte ich mir mehr Zeit lassen.

Mein Rat? Ab nach Dornbirn. Gönnt Euch ein paar Tage dort. Besucht die Messe, geht im roten Haus Abendessen. Bummelt am Samstag über den Markt. Lasst Euch aufs Vorarlberg ein.

Montag, 24. Oktober 2016

Christina knödelt!

Jaja....die Zwetschgenzeit ist vorbei. Ich weiss. Aber ich habe noch das Rezept von Christina in der Pipeline, und manche haben eingefrorene Zwetschgen (ich zum Beispiel, hehe), und überhaupt.


Als Lisa beim perfekten Dinner mitmachte, schwärmte sie besonders von Christinas Nachtisch.
Falls Ihr die Woche verfolgt habt, das war die hübsche, sportliche vom Dienstag😉  
Marillenknödel sind wirklich auch was göttliches, und Christina verrät ihr Rezept!
Und auch mit Zwetschgen schmecken die Knödelchen lecker, und die gibts grad ganz manchmal noch aufm Markt, also HuschHusch, nachkochen unbedingt empfohlen.
Christina, zeig mal !




Ich bin die Christina, bin 26 Jahre alt und komme aus dem wunderschönen Pfronten.
Da ich schon von klein auf leidenschaftlich gerne esse, habe ich bereits früh mit dem Kochen angefangen.
Der Spaß am Kochen & Essen hat mich dann Teil der Fernsehsendung „Das Perfekte Dinner“ werden lassen.
Hierbei durfte ich vier wunderbare Kandidaten kennen lernen und eine Woche lang gigantisch gut speisen.
Das Highlight meines eigenen Menüs war wohl mein Nachtisch. Ich liebe Desserts. Im Restaurant werfe ich gerne mal als Erstes einen Blick auf die Nachspeisenkarte um dann planen zu können wie groß die Hauptspeise ausfällt, hehe…

Beim perfekten Dinner habe ich die Knödel mit Marillen/Aprikosen gemacht. Eigentlich finde ich sie mit Zwetschgen noch besser, aber Ende Juni war noch keine Zwetschgen Zeit, deshalb die Marillen… Heute zeige ich euch das Rezept mit Zwetschgen, aber schmecken tut beides super gut!

Für den Kartoffelteig: 400g mehlig kochende Kartoffeln schälen, würfeln und im (leicht gesalzenen) Wasser ca. 20-25min weich (!) kochen. Kartoffel abseihen und trocknen lassen, dann zerstampfen (wenn sie weich genug sind braucht man keine Kartoffelpresse dafür).
2 Eigelb, 1 EL Butter, 120g Mehl und eine Prise Salz unterheben. Teig ein wenig abkühlen lassen.

Zwetschgen, Marillen oder was auch immer 🙂 entkernen und in die Mitte einen Zuckerwürfel geben. Den Kartoffelteig in ca. 12-15 gleiche Stücke teilen, je nachdem: mit Marillen werden es weniger Knödel als mit Zwetschgen, da diese meist größer sind…
Den Kartoffelteig in kleine Kreise ausrollen und um die Zwetschgen wickeln, gut verschließen und zu knödeln formen (ja das kann eine ziemlich klebrige Angelegenheit sein, am besten Mehl griffbereit haben). Die Knödel in Salzwasser ca. 20min kochen/ziehen lassen.
Derweil können die Brösel vorbereitet werden:
200g Semmelbrösel, 1TL Zimt, 50g Zucker und 30g gemahlene Haselnusskerne
in eine Pfanne geben und vorsichtig bei geringer Hitze rösten. Ich wiege die Zutaten nie ab, sondern mache das Ganze einfach nach Gefühl. Die Brösel gut im Auge behalten, die können schnell anbrennen. Anschließend die Knödel aus dem Wasser nehmen und sofort in den Bröseln wenden.

Zu den Knödeln passt sehr gut Vanillesoße oder, wie ich es zuletzt ausprobiert habe: Lisas Likör 43 Eis vom perfekten Dinner, mmmmmmhhh…


 

Viel Spaß beim Nachkochen 




🙂

Sonntag, 9. Oktober 2016

Eine Liebeserklärung. Genau genommen zwei.

Als mein vielgeschätzter Schwiegervater vor knapp zehn Jahren verstarb, wurde auch seine Landwirtschaft aufgelöst. Er hielt eine Rinder-Ammentierhaltung, und die Kälber, die dank seines Bullen zahlreich waren, durften 6 Monate an der Mutter saufen, und hatten ein langes Leben vor sich. Eines ohne Kraftfutter und in Freiheit.
Mein Schwiegervater, alter Theo genannt, liebte und lebte für seine Viecher. Er hat zahlreiche verlassene Hasenbabys mit der Flasche aufgezogen, und verletzte Eulen verarztet und wieder hochgepäppelt
Er hatte Pferde und  Hühner,und auch manchmal Puten (elende Plärrviecher, die sind sowas von laut....).
Zum Schlachten begleitete er seine Rinder, zerteilte sie mithilfe des Metzgers und verkaufte das Fleisch als Paket geschnürt kistenweise an Interessenten. Man konnte nicht nur Filet bestellen. Man bekam von Allem, zahlte einen Durchschnittspreis, und die Innereien behielt der alte Theo zurück. Kronfleisch, Zunge und Kalbsbries waren sein Liebstes, es wurde von meiner Schwiegermutter zubereitet.
Er hielt sich jahrelang Doggen, er liebte diese grossen Hunde.
Er hatte einen Angelschein, kannte jeden Vogel und jeden Pilz in seinem Wald.

Ich durfte 20 Jahre seine Schwiegertochter sein.
Nun haben wir den Hof übernommen.....es ist kein Hof mehr, es ist ein Anwesen, in dem 3 Generationen leben, und Ferienwohnungen betrieben werden.

Das alles wusste Lucki Maurer natürlich nicht, als ich ihn dieses Wochenende kennenlernen durfte.
Im Rahmen der Veranstaltung "Farm Life" von AEG, zu der ich eingeladen wurde.





Mit jedem Satz, den er bei der Führung über sein Gehöft sagte, schlich er sich tiefer in mein Herz.
Die Reinkarnation meines Schwiegervaters, ein Mann, der Tiere liebt und achtet, ein Mann, der seinen Beruf als Koch dazu nutzt, ein perfekter Gastgeber zu sein. Der seine Kühe ( Wagyu Rinder übrigens, wunderschöne Tiere) beim Namen kennt, und weiss, welche Kuh die besten Kälber gebiert.
Der seine Tiere bis zum Tod begleitet, um dann alles, aber auch wirklich alles zu verwerten, was dieses Nutztier bietet: Horn, Huf, Knochen, Leder, Fleisch, Innereien.
Ein Mann mit einer Dogge. 
Sein Hof-Anbau, der "Stoi" (Niederbayrisch für Stall....im Allgäuerischen wäre es ein Stein), ist ein Event-Raum der Extra-Klasse. Wenn jemand sogar darauf achtet, dass die Servietten in Kuhkopfform gefaltet werden, dann muss es sich um einen Perfektionisten handeln. Und so bestaunten wir, ein Dutzend Blogger,  diese perfekten, keineswegs sterilen Räume in schwarz und rot, und durften beim Häuten, Ausnehmen, Zerteilen und Zubereiten von 5 Hasen dabei sein.



Dankenswerterweise geschah dies mit fachkundiger Hilfe von 4 weiteren Köchen. Herzlichen Dank an Alle, Danke Wolfgang fürs Leber putzen zeigen, Danke an Michael für ein orgiastisch leckeres Dessert ( DESSERT! Ein Traum! Schwarzwälder Kirsch! Eine Million Kalorien, jede davon wars wert. Ich hatte Nachschlag, eh klar). Danke Thomas für Pfannen, Tücher, Zange....und Freundlichkeit.
Danke an Julia für die unaufdringliche, aufmerksame Bedienung. Doppel-Danke an AEG!!! Ein unvergessliches Event für mich.



Ich kann Euch nur raten, diesem Mann auf den Fersen zu bleiben. Wenn Ihr mal die Möglichkeit habt, ihn für ein Event zu buchen, oder bei einem dabei zu sein ( AEG veranstaltet im Rahmen der Taste Academy die tollsten Sachen in verschiedenen Städten Deutschlands)
Lucki Maurer. Es war mir ein besonderes Fest, Dich kennenlernen zu dürfen.
Deine Grosszügigkeit und Dein Engagement weiss ich sehr sehr sehr zu schätzen. Bitte weitermachen.
Allerliebste Grüsse von hinterletzten Zipfel des Allgäus in den vorletzten Zipfel des Bayrischen Waldes.

PS: Warum ich das, was von uns Bloggern in 5 Gängen aus den Häschen gekocht wurde, nicht fotografiert habe? Weil halt. Ich bin ein solcher Nicht-Fotografierer, das bekomme ich nicht mehr aus mir heraus.
Wunderbare Bilder könnt Ihr aber bestimmt in den nächsten Tagen bei  folgenden Bloggern bestaunen:
Anette, Juliane, Tina, Simone, Rudolf, Amelie, Doro, Petra und  Sibel.